Herbert Ritter

Notizen aus Bienenhaus und Streuobstwiese

Eine Zanderbeute aus Weymouthskiefer

18. August 2024

Ich habe vierzig Jahre lang Werkzeuge gebaut, mit Toleranzen im Hundertstel. Eine Holzkiste mit Innenmaß 420 × 420 sollte also kein Problem sein, dachte ich. Sie war auch keins. Das Problem war das Holz.

Warum überhaupt selber bauen

Eine fertige Zander-Zarge aus Holz kostet im Laden zwischen 28 und 40 Euro, je nach Hersteller und Laune. Für ein Volk mit Boden, zwei Brutzargen, zwei Honigräumen, Deckel und Blechhaube ist man bei 180 bis 250 Euro. Bei sechs Völkern und der Absicht, Ableger zu machen, läppert sich das. Und ich habe eine Werkstatt, eine Tischkreissäge und seit Oktober 2022 zu viel Zeit.

Holz

Weymouthskiefer, 22 mm, gehobelt, vom Sägewerk zwei Orte weiter. Leicht, weich, harzarm, verzieht sich wenig – das sagt man, und das stimmt auch, sofern es trocken ist. Meine erste Lieferung war es nicht. Ich habe vier Zargen gebaut, die Bretter waren gefühlt trocken, und nach drei Wochen im Bienenhaus hatte jede Zarge an einer Ecke einen Spalt von zwei Millimetern. Zander-Beuten stehen aufeinander; ein Spalt an der Kante ist ein Flugloch, das ich nicht wollte.

Seither: Holz mindestens sechs Wochen in der Werkstatt lagern, Feuchte messen (unter 15 %, besser 12), erst dann zuschneiden. Die vier Zargen von damals dienen jetzt als Honigräume, wo es weniger ausmacht.

Maße, die ich benutze

TeilMaß (mm)Anmerkung
Innenmaß Zarge420 × 420Zander-Standard, quadratisch, Rähmchen passen in beiden Richtungen
Zargenhöhe220Ganzzarge. Für Honigräume gibt es auch Halbzargen, mache ich nicht
Wandstärke22Ergibt Außenmaß 464 × 464
Auflageleiste Rähmchen17 tief, 10 breitBeespace oben 8 mm – das ist der Wert, um den es geht
Griffmulden100 × 25, 15 tiefMit der Oberfräse, Schablone aus Multiplex

Verbindung

Ich habe es zuerst mit Fingerzinken versucht, wie beim Kaufmodell. Das geht mit Vorrichtung auf der Kreissäge ganz gut, kostet aber je Zarge eine Stunde. Jetzt: einfache Eckverbindung mit Überblattung, verleimt mit wasserfestem Weißleim (D3) und je Ecke vier Edelstahlschrauben 4 × 50, vorgebohrt. Hält seit dem Frühjahr ohne Beanstandung. Die Zinken sehen schöner aus. Die Bienen ist es egal.

Oberfläche

Außen zweimal Leinölfirnis, innen nichts. Nach dem ersten Jahr nochmal Leinöl. Kein Lack, keine Lasur mit Fungizid. Die Beuten werden grau, das ist in Ordnung.

Kosten

Holz für eine Zarge etwa 7 Euro, Schrauben und Leim vielleicht 1,50, Leinöl unter einem Euro. Rund 9,50 Euro statt 30. Die Arbeitszeit rechne ich nicht, das wäre gegen den Zweck. Wer eine Kreissäge kaufen muss, um Beuten zu bauen, sollte lieber Beuten kaufen.

Fehler, in der Reihenfolge, in der ich sie gemacht habe

  1. Nasses Holz (siehe oben).
  2. Auflageleiste 2 mm zu tief eingefräst. Beespace 10 statt 8, die Bienen haben oben Wildbau angelegt. Alle acht Zargen nachgearbeitet.
  3. Griffmulden zu flach. Mit Handschuhen rutscht man ab. Jetzt 15 mm tief.
  4. Eine Zarge auf 419 innen. Rähmchen klemmen. Die steht jetzt als Werkzeugkiste in der Werkstatt.
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